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Conference @ m4music 2012
Interviews @ m4music 2012
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Ein Milchbauer ist die prägende Figur der europäischen Festivallandschaft: Seit 1970 veranstaltet Michael Eavis auf seiner Farm in der englischen Provinz Sommerset das Glastonbury Festival. Von der Pop-Gegenveranstaltung entwickelte sich das Festival zum Mega-Anlass schlechthin: Zur Freude der Yellow Press herrscht in Glasto eine hohe Promi- und Royal-Dichte – gleichzeitig bahnt sich der linke Widerstandsgeist auf den zahllosen Bühnen und spontanen Off-Bühnen weiter seinen Weg. Der Gewinn, den das Festival abwirft, spendet der charismatische Eavis an wohltätige Organisationen. 2011 malte der 67-Jährige ein düsteres Bild für die Zukunft der Festivals – und sorgte mit seinem Einwurf für hitzige Diskussionen. Auch wurde der utopische Charakter, den Glastonbury trotz seiner riesigen Dimensionen noch immer ausstrahlt, auf den Prüfstand gestellt, nachdem Proteste gegen die umstrittenen Steuerpraktiken der Weltstars U2 auf dem Festivalgelände abgewürgt wurden. Dieses Jahr legt das Festival wegen den Olympischen Spielen in London eine Pause ein – doch Eavis, der jüngst von der europäischen Festivalorganisation für sein Lebenswerk geehrt wurde, bleibt im Gespräch: Für die nächste Glastonbury-Ausgabe sollen die Festivalbändel mit Mikrochips ausgerüstet werden. Michael Eavis Gründer Glastonbury Festival; Worthy Farm Pilton, Sommerset
Keynote: Berthold Seliger «Live! – Zum Zustand der Konzertindustrie und von der Politik»
Die Live-Kultur boomt – oder doch nicht? Berthold Seliger, Gründer der gleichnamigen deutschen Konzertagentur, erlebt die Veränderungen im Live-Markt seit mehr als zwei Dekaden mit Tourneen für Künstler wie Calexico oder Patti Smith hautnah mit. Als Autor nimmt er in Magazinen oder in seinem beliebten Newsletter kein Blatt vor den Mund und berichtet pointiert über die aktuellen Fragen der Musikwelt – gerne auch mit Exkursen in Politik und Gesellschaftskritik. Und so wird Seliger in seiner Keynote auch die Frage nach der sozialen Funktion der Popmusik aufwerfen: dienen Konzerte der Ablenkung und dem Konsum, oder haben sie auch eine politische Bedeutung?
Er wird der «Vater der Ringtones» genannt – und auch sonst zählt Ralph Simon zu den schillernden Gestalten der Musikindustrie. In den Neunzigerjahren gründete Simon die Zomba Group of Companies, veröffentlichte unter vielen Justin Timberlake oder Britney Spears, hatte Anteile an Capitol Records und Blue Note – und entdeckte früh das musikindustrielle Potenzial von Handy-Klingeltönen. Derzeit heckt Ralph Simon die Mobile-Strategie für die neue Welttournee von Madonna aus. Für diese Tour plant Simon eine App, die den Megastar «glokalisiert»: Madonnas Stimme wird digital mit Sprachen wie Mandarin, Hindi oder Russisch gekreuzt – und die Songs erklingen in lokaler Sprache. Im Zentrum steht der Fan, der mit seinem Idol in der eigenen Sprache Karaoke singen kann. Auch plant Simon für die Tour weitere innovative Mobile-Apps, die neue Formen zwischen dem Publikum und dem Star ermöglichen. Am m4music erzählt Ralph Simon über diese neuen Beziehungen, die via Smartphone entstehen – und zeigt die Perspektiven dieser neuartigen Promo-Tools auf. Ralph Simon CEO & Founder, Mobilium International Advisory Group/Founder & Chairman Emeritus Mobile Entertainment Forum (MEF), London
Panel: «Everything is Streaming but the Money»
Das Portemonnaie des Künstlers leidet – und die Diskussionen, wie und ob Musiker Geld verdienen können, haben mit der neuen Präsenz von Musikstreamdiensten wie Spotify an Schärfe gewonnen: Der Kampf um Rappenbruchteile pro Stream ist entbrannt. Auch ein Entscheid des Bundesrats, der den Wunsch der Kreativen nach Regelung der Urheberrechte im Internet abgeschmettert hat, stachelt den aufkeimenden Protest der Künstler weiter an. Welche Folgen hat dieses «Konfliktfeld» für die Musiker und die Musikindustrie? Wohin fliesst der Geldstrom künftig und wie wird dieser durch die Politik beeinflusst? Schliesslich gilt es zu fragen, welche Argumente schwerer wiegen: die für den Schutz von künstlerischen Leistungen oder jene für das Recht auf freien Zugang zu kulturellen Gütern? Evi Allemann, Nationalrätin / Präsidentin Swiss Music Export, Bern Dirk von Gehlen, Chefredaktor jetzt.de, Autor, München Denis Simonet, Präsident Piratenpartei Schweiz, Ipsach Poto Wegener, Direktor SWISSPERFORM und Jurist / Autor, Zürich Reto Burrell, Musiker / Songwriter / Produzent, Stansstad
Panel: «Festivals unter Druck»
In den Sommermonaten wird die Schweiz von Festivals überflutet: Kein anderes Land in Europa weist eine ähnlich hohe Festivaldichte auf – und die Popularität der Freiluftveranstaltungen scheint ungebrochen. Trotzdem steigt der Druck auf die Veranstalter: Die Konkurrenz ist gross und die Booker müssen den Acts mit hohen Gagen die entfallenen Einnahmen aus dem Tonträgermarkt ersetzen. Sind Festivals unter diesen schwierigen Bedingungen noch Musikplattformen mit sorgfältig kuratiertem Programm? Oder sind sie bloss noch Sklaven des Marktes? Daniel Fischer, Labelinhaber Subversiv Records / Booker / DJ & Musiker bei Delilahs und Unhold, Bern Daniel Fontana, Promoter Bad Bonn Kilbi Festival / Betreiber Bad Bonn, Düdingen Dany Hassenstein, Booking / Paléo Festival, Nyon Roman Pfammatter, Vorstandsmitglied SMPA / Geschäftsleitungsmitglied Open Air Gampel, Brig Stephan Thanscheidt, Head of Festivalbooking / FKP SCORPIO Konzertproduktionen, Hamburg
s muss nicht gleich der grosse Hollywood-Blockbuster sein. Ein TV-Film oder die Vorabend-Serie tun es auch. Bloss, wie kommt meine Musik überhaupt auf den Schirm? Vier Leute aus dem Film-Business erklären, wie das funktioniert. im Panel werden Begriffe wie «Filmscore» und «Source-Musik» erklärt und der wesentliche Unterschied zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Recht geklärt. Auch macht die Behauptung, dass bei internationalen Produktionen europäische Komponisten wegen dem hiesigen Urheberrecht gemieden werden, die Runde. Haben die Verwertungsgesellschaften hier ein Modell zu bieten, oder ist es sogar besser, nicht SUISA-Mitglied zu sein? Christoph Becker, Musiksupervisor Constantin Film, München / Hamburg Claudia Kempf, SUISA / Leiterin Mitgliederabteilung, Zürich Niki Reiser, Filmkomponist, Basel Beda Senn, SRF / Leiter Musikberatung, Zürich
Wer bestimmt über welche Bands geschrieben wird und welche Songs gespielt werden? Geht es noch um Sein oder braucht es einfach Schwein? Drei erfahrene Medienschaffende und ein Werber suchen nach Antworten. Markus Ganz, Journalist NZZ, Musikmarkt und Musikpresseagentur Wohrt Mathias Möller, 78s.ch, Director Online & Social Media Joiz, Zürich David Schärer, Rod Kommunikation, Zürich Michael Schuler, Leiter Fachredaktion Pop-Rock SRF, Zürich
Panel: «Clubsterben oder alles Schall und Rauch?»
Die Schweiz erfreut sich einer überaus attraktiven Clublandschaft. Doch diese Vielfalt an Konzertlokalen ist in Gefahr – und das Wort «Clubsterben» geht um: In Bern mussten Clubs ihre Pforten schliessen, aber auch in anderen Schweizer Städten sind die Probleme in Hörweite: Zu laut, zu dreckig, zu unangepasst erscheint die Nachtkultur, die Mühe hat, ihren Platz in den Stadtzentren zu verteidigen. Ersticken die Schallverordnungen und Rauchverbote diese Kultur? Werden die Musikclubs an den (Stadt-)Rand gedrängt? Und wie soll die Politik künftig die Rahmenbedingungen setzen? Philippe Bischof Leiter Abteilung Kultur/ Präsidialdepartement Basel-Stadt, Basel - Patrick Gmür Direktor/Amt für Städtebau, Zürich - Daniel Weder Geschäftsführer/Kugl und Stadtparlamentarier, St.Gallen - Bobby Bähler Geschäftsführer/Club Bonsoir, Bern - Marc Blickenstorfer Präsident Bar & Club Kommission/Rechtsanwalt und Gastro-Unternehmer, Zürich
Vertreter von wichtigen europäischen (Showcase-) Festivals stellen sich und ihren Event vor. Wieso lohnt es sich als Band, an diesen Anlässen dabei zu sein, und wie kommt man zu einem der begehrten Auftritte? Was macht diese Festivals für Veranstalter, Agenten, Musikmedien und sonstige Professionals interessant? Eine Rundumschau. Fernando Ladeiro-Marques MaMa Event / Director, Paris - Bjørn Pfarr Reeperbahn Festival / Festival Manager & Head of Music Program, Hamburg - Tobias Thomas c/o pop Festival / Program Manager, Köln - Peter Smidt Eurosonic Noorderslag / Creative Director / Groningen NL
Panel: «Von Crowdfunding bis Direct-To-Fan»
Via Crowdfunding das anstehende Projekt von den Fans finanzieren lassen? Klingt verlockend! Aber wie stelle ich das an und was sind die Kehrseiten, wenn der Schwarm Vorkasse leistet? Auch beim Direct-To-Fan-Modell soll die Beziehung zwischen Künstler und Fan genutzt werden. Ermöglicht wird dies durch Plattformen, über die Packages oder sonstige Belohnungen an die Fans vermarktet werden. m4music stellt digitale initiativen zur Selbstvermarktung vor. Was bedeuten diese Projekte: Hype oder Revolution? Jonas Brander Leiter Kommunikation / Restorm.com, Zürich - Andreas Ryser Musiker Filewile und Labelmanager Mouthwatering Records, Bern - Olivier de Simone Head of Music / Webdoc, Lausanne / London Hannes Tschürtz Geschäftsführer / InkMusic, Wien / Berlin - Romano Strebel Co-Gründer und Macher Ron Orp und 100-days.net, Zürich
Nach dem Heute und Morgen blickt die m4music Conference zum Ausklang für einmal zurück. Persönlichkeiten aus der Musikszene plaudern bei einem Glas Rotwein gemütlich mit Tim Renner und erklären uns ganz nebenbei die Welt. MC Anliker Master of Ceremonies, Café Bar Mokka, Thun - Louis Spillmann Geschäftsführer Spillmann Consulting / ehem. Geschäftsführer Phonogram sowie A&R Roadrunner, Köln - Adrian Sieber Musiker und Songwriter Lovebugs, Basel - Michaela Maiterth Artistic Coordination/Montreux Jazz Festival, Montreux Gastgeber: Tim Renner Motor Music GmbH / Geschäftsführer, Berlin - Philipp Schnyder von Wartensee Festivalleiter m4music, Zürich

